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Hamburg, meine Perle, kämpfe um Deine Blue Goals!

by Sören Stamer September 29, 2006 at 11:51 PM


"Boomtown Hamburg" titelte der Stern am 11. Mai diesen Jahres und sprach damit aus, was alle Hamburger schon länger spürten: Hamburg boomt wie lange nicht! Und Hamburg, das Tor zur Welt, begeistert damit "Touristen, Architekten, Unternehmen" und Hamburger gleichermaßen. Die Hansestadt hat den Flow. Doch damit nicht genug, denn es sollte erst der Anfang sein.


Gut einen Monat später startete Hamburg durch. Am 20. Juni erleuchtete das erste Blue Goal über der Stadt. Schlag auf Schlag entstand ein wahres Kunstwerk. Über 160 Blue Goals fesselten die Blicke aller Hamburger, Touristen und insb. Überflieger zur WM. Unbeschreiblich. Atemberaubend. Die herrliche Stimmung in der Stadt fand plötzlich ihren perfekten optischen Ausdruck in der nächtlichen Sky Line. Ich konnte stundenlang auf dem Bunker am Heiligen Geistfeld, am Hafen oder um die Alter die fantastische Aura genießen, die von den Blue Goals ausging. Die Hamburger verliebten sich in ihr neues Wahrzeichen, das blaue, strahlende Tor zur Welt. Und die Gäste der Stadt wurden in Sekunden verzaubert, wenn sie die Blue Goals erstmals über den Dächern der Stadt erblickten.


Damit soll es nun vorbei sein. Der Künstler Michael Batz sagt, dass Kunst endlich sein müsse, sagt man.


Ich sage: Humbug. Wenn Kunst die Menschen so sehr bewegt und etwas so Schönes ins Rollen bringt, ist es widersinnig, es zu zerstören. Kunst ist für die Menschen da und nicht umgekehrt. Die Blue Goals könnten Hamburgs neues Wahrzeichen werden - emotional bewegend, weithin sichtbar und weltweit einmalig. Sie würden Hamburg international bekannter machen, Touristen anziehen und Investitionen in die Stadt locken. Damit würden die Blue Goals neue Arbeitsplätze in Hamburg schaffen und Hamburgs Vision von der wachsenden Stadt fördern.


Doch selbst unser Bürgermeister, Ole von Beust, konnte den begnadeten Künstler wohl leider nicht überzeugen.


Lieber Herr Batz, Sie haben uns mit den Blue Goals ein wunderbares Geschenk gemacht. Wir haben sie ins Herz geschlossen und adoptiert, diese blauen Tore. Jetzt dürfen Sie sie uns nicht einfach so wegnehmen. Sie schaden damit den Menschenm die in dieser Stadt leben.


Aus diesem Grund rufe ich hiermit zum Protest aller Hamburger und sämtlicher Freunde der Stadt gegen die Zerstörung der Blue Goals auf. Mein kleines Blue Goal wird jedenfalls weiter brennen und jede Nacht eine Straßenecke auf St. Pauli erleuchten. Der Anfang ist gemacht. Wir werden für unser Wahrzeichen kämpfen. Die schönste Stadt hat es verdient.


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Comments

Hi Sören,

man kann die blauen Tore jetzt ja dank Herrn Neumann mit zur CeBit 2007 nehmen...

Mit bestem honnoverschen Lokalpatriotismus

Petra

Wenn Künstler über ihr Werk bestimmen wollen, ist das einerseits verständlich anderseits aber nicht wirklich im Sinne der "freien" Kunst. So wie man seine Kinder in die Welt entlässt und sie nach ihrem eigenen Willen sich entwickeln (lassen muss!), so kann ein Künstler die Veröffentlichung seines Werkes nichts mehr rückgängig machen und das Geschaffene zurückrufen.
Wenn man bei Kunst von Endlichkeit spricht, kann der Künstler nur von der Endlichkeit seiner Idee sprechen, aber wahrlich nicht von der zeitlichen Begrenztheit seines Werkes; denn das Werk lebt weiter auch ohne Künstler. Oder wollten die Steinzeitmaler ihre eindrucksvollen Gemälde nur für den Augenblick aufzeichnen? Dachte Michel Angelo bei seinem Deckenfresko an die Endlichkeit des Kirchendaches der Sixtinischen Kapelle als er die "Erschaffung Adams" aufzeichnete? ... glaube ich kaum.
Kunst entwickelt sich und lebt weiter - das Kunstwerk lebt und gibt neue Akzente an alle, die die Kraft und Wirkung wahrnehmen wollen.
Ich stimme mit Sören überein: die Hamburger Tore zeigen Wirkung und bewegen die Menschen. Die Hamburger Tore zur Welt sind offen für Ideen, Faszination und Visionen.
Nimmt man die Tore weg, so bleibt nichts von der Offenheit der Idee und Fantasie.

Lieber Herr Batz - denken Sie noch einmal über Ihr Ansinnen nach und überlegen Sie, was Sie nicht schaffen, wenn die Tore abgebaut werden. Ich wünsche mir, dass Sie weiter über dem Hamburger Himmel als Zeichen für das Tor zu Welt leuchten.

Peter

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