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Mobile Summit 2006: Zwischen Evolution und Revolution

by Sören Stamer October 25, 2006 at 05:31 PM


Letzte Woche hat München noch die Medienbranche begrüßt. Diesen Montag und Dienstag war es nun die Welt des Mobilfunks, in der augenscheinlich ein Umdenken einsetzt.


Während auf den großflächigen Bannern des Veranstalters noch vollmundig von der „Revolution of 3G“ geschwärmt wird, sprechen die Branchenvertreter mittlerweile lieber etwas dezenter von einer „Evolution“. Das lehre die Lebenserfahrung.


Am meisten überzeugt hat mich diesbezüglich René Obermann. Der Vorstandsvorsitzende von T-Mobile International hat sich nicht nur zu vergangenen Versäumnissen der Mobilfunkanbieter bei der Vermarktung der eigenen Produkte bekannt, sondern ruft gleichzeitig zu einem radikalen Perspektivwechsel seitens der Anbieter auf. Der weit verbreitete Abwehrreflex, die eigenen Umsatzbringer durch „walled gardens“ zu schützen, sei irreführend. Neue Dienste wie Mobile E-Mail oder Instant Messaging seien im Kern gerade nicht als Gefahren für die eigenen SMS-Umsätze anzusehen, sondern als starke Treiber fürs gesamte eigene Mobilfunkgeschäft. Die enge Vernetzung der Dienste ergebe Sinn, denn Kommunikation schaffe Kommunikation. So führe jede sechste SMS zu einem Anruf; jede elfte Mail und jede 21ste Instant Message ebenso.


Ergo: Evolution zu verhindern, ist ein aussichtsloses Unterfangen. Unternehmen wir lieber etwas und nutzen die Chancen im Sinne unserer Kunden. Sonst machen es andere Mitspieler, möchte man noch hinzufügen. „Respekt!“, denke ich bei mir für diesen Mut zum revolutionären Umdenken. Und ich bin in der Tat gespannt auf die konkreten Auswirkungen dieser Entscheidung.


Eine Auswirkung konnte ich derweil schon beobachten: Die Marke T-Mobile wirkte schon unmittelbar nach dem Panel ein Stück sympathischer und innovativer auf mich.


Ins gleiche Horn wie Herr Obermann stieß übrigens auch der Vertreter von Skype. Ihm fiel dieser Schritt allerdings deutlich leichter, steht zu vermuten. So rief er auch gleich alle MNO-Vertreter auf, mit Skype zu kooperieren statt ihre Kunden vor Skype abzuschirmen. Seine Andeutungen ließen übrigens die Deutung zu, dass T-Mobile, E-Plus und Hutchison 3 ihn sogar bereits erhört haben.


Insgesamt hat das Mobile Summit 2006 mich enttäuscht. Von Gipfeltreffen konnte dieses Jahr kaum die Rede sein. Ganz im Gegenteil übrigens zum letzten Jahr und den gerade vergangenen Medientagen München. Dort konnte man nämlich mehr und mehr Vertreter der Mobilfunk- und Festnetzanbieter treffen.


Und was lernen wir daraus? Konvergenz kennt tatsächlich nicht nur Gewinner.


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