Münchner Medientage 2006: Zwischen Hoffen und Bangen
by Sören Stamer October 21, 2006 at 04:45 PM
So ein jährlicher Medienkongress ist eine schöne Sache. Einmal im Jahr trifft man sich an einem schönen Ort und redet über das Mediengeschäft. Altbekannte Gesichter treffen neue Un-Bekannte. Gemeinsam diskutiert oder monologisiert man über die Medienlandschaft, Gebühren, Trends, Deals und Visionen.
Und oft hört man in Bezug auf Web 2.0 offen auf den Panels oder im Vorbeigehen an den Tischen: "Alles schon mal da gewesen. Alles nichts Neues."
Witzig, denke ich mir. Als die Münchner Medientage das letzte Mal tagten, war YouTube allenfalls eine Idee, jedenfalls kein Unternehmen und schon gar kein Geschäft. 12 Monate später wurde YouTube mit einer schnöden Website - rein technisch meine ich natürlich - und über 50 Millionen Nutzern für über US-$1,6 Milliarden an Google verkauft. Klingt teuer für Google, könnte man denken. Dr. Martin Fabel von AT Kearney weiß es besser. In Wirklichkeit habe Google auf Schlag US-$ 2,5 Milliarden "plus" gemacht, da Google nur die Aktien bezahlt habe und Googles Börsenbewertung im selben Moment um ca. US-$ 4 Milliarden gestiegen sei. Ein schönes Geschäft denkt der Aktionär und freut sich auf mehr.
Sollte uns das zu denken geben? Ja, sagen viele: Google und der Aktienmarkt spinnen. Ja, sagt der Rest: Wir erleben gerade eine "Revolution". Einige sprechen auch von dem schönen Begriff "Paradigmenwechsel". Ich übrigens auch - und das gleich mehrfach.
Die Medien sind in Bewegung. Ich bin schon gespannt auf die Medientage 2007. Welche Megadeals, Verrücktheiten und Vorahnungen werden uns dann beschäftigen? Neue Runde neues Glück.
Dann hoffentlich auch mit größeren Räumen und mit freiem WLAN.
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