Fragen Sie hier Dieter Rappold - Gründer der Agentur Knallgrau in Wien
Dieter Rappold ist Geschäftsführer der auf Web 2.0-Themen spezialisierten Wiener Agentur knallgrau. Knallgrau hat etliche erfolgreiche Unternehmensblogs initiiert und gilt als innovativer Pfadfinder im Web 2.0-Business.
Dieter Rappold referiert unter dem Titel „Weblog Intranet- und Infrastrukturprojekte“ über den erfolgreichen Einsatz von Blogs in der unternehmensinternen Kommunikation. Was interessiert Sie besonders an diesem Thema? Worauf sollte Dieter Rappold unbedingt eingehen?
Seit dem "Vorfall" bei Siemens haben Vorstände doch Angst davon, weiterhin Blogs für die Mitarbeiter anzubieten. Wie kann man heute einen Vorstand vom Sinn des Bloggens überzeugen?
Ist es nicht besser, Geschäftsführer reden mit Mitarbeitern als sie in einem Medium kommunizieren zu lassen, dass vielen - auch in techniknahen Unternehmen - fremd ist? Schließt man damit nicht einen Teil der Belegschaft automatisch aus? Und läuft man nicht Gefahr, dass interne Blogger nur ein Schaulaufen für die nächste Beförderung praktizieren?
Danke für Ihre Fragen!
zur Frage ob Vorstände Angst vor Blogs haben sollten:
Ich denke nicht. Siemens zeigt als Beispiel 2 Dinge. Zum einen, dass Dinge die ohnehin existieren plötzlich sichtbar werden. Das ist per se mal positiv, weil nur im Bewusstsein kann man konstruktiv arbeiten. Bisher waren diese Dinge im Unterbewusstsein des Unternehmens verschüttet und haben dort trotzdem negativ gewirkt. Zum 2. zeigt es, dass Siemens eine Belegschaft hat, die durchaus aktivierbar und mobilisierbar ist - dass ist für einen so großen Konzern wichtig. Entscheidend ist nun wie man damit umgeht und daraus lernt Kultur und Kommunikation weiterzuentwickeln.
2. "Sollte man nicht besser mit den Mitarbeitern reden?"
JA! Mit Sicherheit. Aber das persönliche Gespräch skaliert nicht. Hätte ich die Zeit, würde ich jeden Tag mit jedem Mitarbeiter meines Unternehmens ein Einzelgespräch führen. Die zeit fehlt mir aber - und das in einem sehr kleinen Unternehmen. D.h. wie kann ich Instrumente und Möglichkeiten schaffen, die es ermöglichen sich der Qualität des persönlichen Gesprächs anzunähern und dabei gleichzeitig zu skalieren. Da werden Weblogs interessant. Das persönliche Gespräch können, sollen und werden Weblogs nie ablösen!