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by Sören Stamer September 16, 2006 at 07:17 PM


Being digital feels great. Finally, Web 2.0 puts the Internet's amazing power into our hands, into everyone's hands. It is free speech at its best. Web 2.0 and digital information will unlock great potential of our human society. I strongly believe that this is truly a revolution and I am amazed.

But there is one thing that makes me thinking: Will we be able to enjoy living in a world where digital information is totally free?

In other words: Will our society accept to live without privacy and trust as core concepts? And can we handle it?

Privacy means maintaining partial control over (digital) information. Sharing information with good friends without disclosing them to the rest of our global society is desirable and needs a concept we could call trust.

If we share some kind of private information with a friend, we have to trust her or him, to securely protect our privacy. Trusting her or him might be a difficult task for us and keeping all the 'non disclosure agreements' might be difficult for her or him as well. Ideally, this task is successfully performed by the underlying distributed IT infrastructure. So we have to trust the IT infrastructure.

How can this happen? Can we effectively trust any IT infrastructure?

Think of the latest proposals for the GNU Public License (GPLv3). The new rules with regard to keys and signatures make it hard or impossible to create a secure DRM mechanism. There is a very heated discussion about GPLv3 and DRM already. Here is more.

However, the most important point comes here: GPLv3 makes it hard to create trust in those systems. And without means of trust in distributed environments there is no privacy in those distributed systems as well.

Personally, I guess that human society will demand some means of trust to provide different levels of privacy. If Web 3.0 cannot meet these expectations, we might feel like Winston Smith in "1984" some day.


0 Comments | 0 TrackBacks | DRM, Identity, Web2.0,

by Sören Stamer August 11, 2006 at 07:26 PM


Alle kennen Andy Warhols Ausspruch, dass in Zukunft alle Menschen berühmt sein werden - zumindest für 10 Minuten. Nach ersten Erfolgen durch die Talkshow-Schwemme der späten 90er machen sich MySpace und youtube nun an die konsequente Erfüllung dieses Versprechens.

Doch kennen Sie auch Andy Warhols Projekt "Time Capsules"? Es ist faszinierend: Zwischen den frühen 60ern bis in die späten 80 hat Andy Warhol in 610 Standardkartons sein alltägliches Leben eingefangen und all die ihn bewegenden Dinge mit Tonbändern, Briefen, Fotos etc. dokumentiert. Seine Gespräche. Seine Bilder. Alles seriell in einer Box. Tag für Tag für ca. 30 Jahre.

Warum ist das erwähnenswert? Andy Warhol weist uns erneut den Weg. Seine Time Capsules sind unsere Zukunft. Ich wage die Prognose, dass wir spätestens in zehn Jahren fast all unsere täglichen Erlebnisse multimedial mitgeschnitten und digital gespeichert per Volltext durchsuchen können.

Nennen wir unser neues Produkt doch einfach "MyLife" und nehmen wir mal an ich wäre der zuständige Vorstand eines Telekommunikationsunternehmens.

Als Erstes würde ich all meinen Kunden - insbesondere den jungen - anbieten, gegen einen gewissen Aufpreis all ihre SMS, E-Mails, Voicemails sowie auch sämtliche Telefongespräche automatisch zu archivieren und mit einer schnellen, möglichst intelligenten Suche zu versehen. Die Kids werden es lieben. Man denke nur an die vielen unwiederbringlich verlorenen SMS zwischen den vielen Liebenden. BTW: Google ist mit GMail schon auf eben diesem Weg.

Als Nächstes würde ich MyLife-Devices rausbringen. Das sind Brillen, Freisprecheinrichtungen oder Amulette mit eingebauter Kamera. Mit denen man jederzeit und überall per Knopfdruck seine "kostbaren" Erlebnisse mitschneiden. Spracherkennung und Geo-Indexierung inklusive. Irgendwann kommt bestimmt auch die Gesichtserkennungstechnologie von Fraunhofer zum Einsatz. Man möchte möglicherweise wissen, mit wem man da gesprochen hat.

Nicht zu vernachlässigen ist auch das intuitive MyLife-Portal. Damit wir digital exisiteren, müssen wir nun einmal digital veröffentlichen. Mit MyLife kein Problem. Mit einem Klick sind die Nachrichten für einzelne, für wenige, für viele oder gar für alle abrufbar. Voraussichtlich digital vor Weitergabe geschützt, damit nicht gleich alles Private auf youtube landet.

Schöne neue Welt? Na ja, MyLife ist aus meiner Sicht letztendlich unvermeidlich. Wer nicht selbst veröffentlicht, wird in den Mitschnitten der anderen Teil des digitalen Universums werden. Unsichtbar und außen bleibt niemand.

Mein ersten MyLife-Erlebnis finden Sie übrigens im Blog meines lieben Freundes Georg Pagenstedt, seines Zeichens Vorstand von Bild.de. Er mag meine Flipflops, glaube ich. Stimmt's, Georg? ;-) Dieses Dokument wird mich den Rest meines Lebens begleiten. Traumhaft.

Und zum Abschluß gleich ein paar Thesen, die mich auf MyBoxes brachten::

1. Speicherplatz ist überall in unvorstellbarer Größe vorhanden.

2. Bandbreite ist billig und im Überfluss vorhanden.

3. Kameras sind so klein sein, dass man nicht mehr registiert, ob man gerade gefilmt wird oder nicht.

4. Menschen publizieren Privates, weil sie es können.

5. Die digitale Präsenz ist/wird unverzichtbarer Teil der Persönlichkeit.

6. Datenschutz war gestern bzw. wird vollkommen neu interpretiert werden müssen (siehe Google, MySpace, youtube und openBC).

7. Gleichzeitig nimmt der Wunsch nach Kontrolle bei der selektiven Verbreitung privater Informationen zu.


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