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by Sören Stamer August 06, 2007 at 11:07 PM


Recently, I have learned an interesting lesson about running a successful (beach club) business: Killing your business is pretty easy.

Beach clubs are a big thing in Germany for quite a while now. Hamburg has quite a few spots and they are still gaining momentum. (Actually, I wonder why nobody invented them earlier. With hindsight the idea to have a nice and clean beach with a fancy bar and happy people right next to your place seems to be a no-brainer.)

Some people may even say that being successful in the beach club business looks kind of easy. If the sun shines every beach club is pretty crowded anyway.

However, there are differences. Little differences, but important ones. With three separate beach clubs right next to each other, Hamburg offers a very good opportunity to feel the differences and discover a little bit of beach club wisdom.

I took the chance and tested three beach clubs in a row. It was a nice and warm Sunday evening a few weeks ago when a friend and I wanted to find our favorite beach club. We entered every single beach club for a few minutes and got a good first impression – enough to make a choice.

The first beach club offered a pretty good atmosphere. It was not too crowded since we arrived pretty late. However, all seats were taken and the mood was relaxed.

The second beach club was different. It was pretty crowded with loads of cool and stylish people. The music was louder and more aggressive. There were three security guys at the door and a lot of party people were sitting at the pool and tried to make a good impression. You can tell, all barkeepers were pretty busy.

The third beach club was well known to be the best place for families. Actually, it was not going too well that evening. To be frank: It looked pretty much dead when we arrived! Only very few seats were taken and – which was the worst part – the atmosphere was uneasy at best.

You may wonder, what was wrong with the third place. Why did they perform so badly? And what did they do about it?

Well, I guess they have struggled with their positioning and tried to fix it. It looks like they tried to attract more party people and therefore were not too happy with their family friendly image at all. Obviously, they really started to change their image (and their karma) with a big sign at the entrance:

“Dear parents and children, Our beach club is NO playground!”

It worked. At least they are not know to be the number one beach club for families anymore. Now, they are known to be the beach club with the worst karma ever.

I wonder if this sign would have served them a little better:

“Dear parents and children, playboys and playgirls, Enter YOUR PLAYGROUND and have fun!”

Well, I am still wondering what this tells me about the software business in general and CoreMedia's legal terms and conditions in detail.


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by Sören Stamer January 04, 2007 at 06:40 PM


...fand ich noch voller Weihnachtskarten und unerledigter Post als ich vorletzte Woche in alter Frische vom Tauchen aus Ägypten (Dahab) zurück kam. Georg, und so sieht er aus:

Dieser Tisch begleitet mich übrigens schon seit der Gründung der CoreMedia, seit über zehn Jahren also. Nicht einen Kratzer hat er. Was beweist, dass die Möbel von USM Haller tatsächlich etwas für die halbe Ewigkeit sind.

Sörens Schreibtisch

Das Stöckchen geht an Mark, Lars, Martina (damit Du ein Thema für Deinen dritten Eintrag hast) und Christian.


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by Sören Stamer September 29, 2006 at 11:51 PM


"Boomtown Hamburg" titelte der Stern am 11. Mai diesen Jahres und sprach damit aus, was alle Hamburger schon länger spürten: Hamburg boomt wie lange nicht! Und Hamburg, das Tor zur Welt, begeistert damit "Touristen, Architekten, Unternehmen" und Hamburger gleichermaßen. Die Hansestadt hat den Flow. Doch damit nicht genug, denn es sollte erst der Anfang sein.


Gut einen Monat später startete Hamburg durch. Am 20. Juni erleuchtete das erste Blue Goal über der Stadt. Schlag auf Schlag entstand ein wahres Kunstwerk. Über 160 Blue Goals fesselten die Blicke aller Hamburger, Touristen und insb. Überflieger zur WM. Unbeschreiblich. Atemberaubend. Die herrliche Stimmung in der Stadt fand plötzlich ihren perfekten optischen Ausdruck in der nächtlichen Sky Line. Ich konnte stundenlang auf dem Bunker am Heiligen Geistfeld, am Hafen oder um die Alter die fantastische Aura genießen, die von den Blue Goals ausging. Die Hamburger verliebten sich in ihr neues Wahrzeichen, das blaue, strahlende Tor zur Welt. Und die Gäste der Stadt wurden in Sekunden verzaubert, wenn sie die Blue Goals erstmals über den Dächern der Stadt erblickten.


Damit soll es nun vorbei sein. Der Künstler Michael Batz sagt, dass Kunst endlich sein müsse, sagt man.


Ich sage: Humbug. Wenn Kunst die Menschen so sehr bewegt und etwas so Schönes ins Rollen bringt, ist es widersinnig, es zu zerstören. Kunst ist für die Menschen da und nicht umgekehrt. Die Blue Goals könnten Hamburgs neues Wahrzeichen werden - emotional bewegend, weithin sichtbar und weltweit einmalig. Sie würden Hamburg international bekannter machen, Touristen anziehen und Investitionen in die Stadt locken. Damit würden die Blue Goals neue Arbeitsplätze in Hamburg schaffen und Hamburgs Vision von der wachsenden Stadt fördern.


Doch selbst unser Bürgermeister, Ole von Beust, konnte den begnadeten Künstler wohl leider nicht überzeugen.


Lieber Herr Batz, Sie haben uns mit den Blue Goals ein wunderbares Geschenk gemacht. Wir haben sie ins Herz geschlossen und adoptiert, diese blauen Tore. Jetzt dürfen Sie sie uns nicht einfach so wegnehmen. Sie schaden damit den Menschenm die in dieser Stadt leben.


Aus diesem Grund rufe ich hiermit zum Protest aller Hamburger und sämtlicher Freunde der Stadt gegen die Zerstörung der Blue Goals auf. Mein kleines Blue Goal wird jedenfalls weiter brennen und jede Nacht eine Straßenecke auf St. Pauli erleuchten. Der Anfang ist gemacht. Wir werden für unser Wahrzeichen kämpfen. Die schönste Stadt hat es verdient.


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by Sören Stamer September 21, 2006 at 12:33 AM


Havanna, 27.08.2006. Kuba zerfällt. Fast alles zerfällt hier - Havanna, die stilvollen alten Häuser, die Straßen, Autos und Busse, Fabriken und ihre Produktion. Alle materiellen Dinge scheinen in Kuba stärker als anderswo dem Zerfall entgegen zu streben. Liegt das am Sozialismus? Auch die wenigen Ausnahmen, wie die ausgewählten, mit finanzieller Hilfe der Unesco renovierten Ecken in Havanna, die Mercedes-Busse der Touristen-Buslinie Viazur und natürlich die Lieblingsbar von Hemingway, ändern nichts an diesem Bild. Zahlungskräftige Touristen haben es halt gern ordentlich.


Gleichzeitig strotzt Kuba vor Glück. Alle Kubaner, mit denen ich ins Gespräch kam, strahlten intensive Lebensfreude aus. Sie lachten viel, freuten sich und waren ausgewiesen freundlich. Irgendwie seltsam, denn diese Lebensfreude der Menschen steht vordergründig im krassen Gegensatz zum Zerfall der Sachen.


Bisher dachte ich, dass mit dem Verfall der Umgebung auch eine Verrohung der Sitten eintritt. Ihr wisst schon: Es beginnt mit einer eingeschlagenen Scheibe und ein paar Graffitis und endet mit einer No-Go-Area (siehe Tipping Point). Auf Kuba scheint diese Regel nicht zu gelten. Obwohl die Umgebung zerfällt, blühen die Menschen hier sichtbar auf, sind freundlich und gebildet, wirken sehr gepflegt und meist sehr interessiert.


Ich habe einer Kubanerin meine Beobachtung geschildert und sie war keineswegs überrascht. Sie sagte nur, dass die Kubaner halt nicht am Geld und Besitz hingen, was im Sozialismus ja auch eher schwierig wäre. Sie meinte in der Tat, dass Sozialismus gleich Lebensfreude sei.


Raul, ebenfalls Kubaner, meinte trocken, dass die gute Stimmung schlicht an dem warmen und sonnigen Klima läge.


Na dann können wir der globalen Erwärmung in Deutschland ja doch noch etwas Positives abgewinnen: eine langfristig bessere Stimmung :-) Mit dem Sozialismus hat es hierzulande ja nicht so geklappt. Lag das etwa auch nur am Wetter?


Cuba libre.


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by Sören Stamer September 14, 2006 at 10:01 PM


Kuba hat noch kein GPRS-Netzwerk. Das ist im Urlaub auch durchaus von Vorteil, wenn man sich trotz Blackberry erholen möchte. Nur macht es das Bloggen schwieriger. Dennoch konnte ich es nicht lassen, ein paar Eindrücke zu notieren und hier nachträglich zu bloggen:

Havanna, 23.8.2006. Kuba ist anders. Irgendetwas in diesem Land strahlt auf besondere Weise ein angenehmes Gefühl der Sicherheit und Freude aus. Es mag an der sprichwörtlichen Lebensfreude der Kubaner liegen. Sie lächeln jedenfalls auffallend gern und viel. Und das, obwohl sie in gewisser Hinsicht nicht viel zu lachen haben. Ein freundlicher Kubaner - ich hielt ihn anfänglich für einen europäischen Touristen - erzählte mir von seinen finanziellen Sorgen als Familienvater, der eintönigen Arbeit in der Zigarrenfabrik, seiner Aufgabe 400 Zigarren pro Tag drehen zu müssen und dem unerfüllten Wunsch einmal in fremde Länder zu reisen. Ariel berichtete vom Stolz der Kubaner, dem besonderen Ansehen von Ernesto Che Guevara, von Ärzten, die abends ihr Auto nutzen, um Taxi zu fahren, und seinen Nebenverdiensten durch den illegalen Verkauf von Zigarren. Vom Auftreten her und aufgrund seiner sehr differenzierten Perspektive auf kubanische Politik und europäische Geschichte hätte ich Ariel eigentlich für einen leitenden Angestellten, Selbständigen oder auch Lehrer gehalten. Doch in Kuba gibt es keine Unternehmer. Ariel meint in zehn Jahren vielleicht. Ariel raucht Cohiba. Die billigen Zigaretten, nicht die teuren Zigarren. Er lachte gern und viel. Nur wenn er von den vielen Toten kubanischen Flüchtlingen vor Florida spricht, lacht er nicht. Er tat mir leid, als er sich am Ende unseres Gesprächs sichtlich überwinden mußte, um für seine Familie zu betteln.

NewChevy
Viele amerikanischen Autos aus den 50er Jahren sind optisch wirklich das Beste das einer Stadt passieren kann. Die Hersteller sollten die alten Designs schnellstens wieder aus den Schubladen holen. NewChevy, oder so. Die üppigen Formen schlagen in Sachen Sexappeal jedenfalls jedes stromlinienförmige Produkt aus der heutigen Autoproduktion. Ökologisch sind sie allerdings eine Katastrophe, diese Prachtstücke. In europäischen Städten sind die Abgase von Autos längst in Vergessenheit geraten. Man leidet nicht darunter, dass vor einem unzählige Autos fahren. In Kuba riecht man jedes einzelne. Besonders die alten Chevys. Die vielen mittelalten Ladas sind dazu so etwas wie ein Kontrapunkt. Sie stinken zwar auch zum Himmel. Nur sind sie dabei nicht so zeitlos schön anzuschauen.

Ernest Hemmingway
Hemmingway saß angeblich vor vielen Jahren auf meinem Stuhl. Hier genoß er gern seinen letzten Mojito am Abend. Und sollte es ein Mojito zuviel gewesen sein, blieb er gleich hier und nahm sich kurzer Hand ein Zimmer für die Nacht. Hier im Hotel Ambos Mundos. Die Kubaner erinnern sich gern an ihren Ernest Hemmingway. Die vielen Bilder und Gedenksteine an der Wand sprechen jedenfalls eine deutlich Sprache - nicht nur in einer Bar. Er war oder ist noch immer einer von ihnen. Wer so ausschweifend und intensiv gelebt hat, darf sich auch das Leben nehmen - meint jedenfalls Ariel.

Die Schönheit des Zerfalls
Wenn man mit offenen Augen durch die Strassen von Havanna läuft, erahnt man die frühere Pracht. Wunderschöne Fassaden. Charmante Details. Das Meiste zerfallen. Sozialismus ist der Tod - zumindest für die Häuser.

Ein Dutzend
Für eine Revolution reichen tatsächlich 12 Männer. 12 junge Männer zwischen 20 und 30 mit viel Enthusiasmus. Kaum vorstellbar. Eigentlich verrückt. Kuba ist halb so groß wie die alten Bundesländer. Wer hätte gedacht, dass ein Dutzend Studenten in einem Land dieser Größe erfolgreich eine Revolution gegen eine Militärdiktatur anzetteln können. Für diese Leistung empfinde ich Respekt - für das Nachfolgende allerdings weniger. Diese Jungs hatten offensichtlich keine Angst vor ihrem Traum. Und wie viele Menschen hat mich schon immer das eine Bild von Ernsto Che Guevara fasziniert, das wir alle vor Augen haben, wenn sein Name fällt. Enttäuschend, dass sie nichts Besseres aus ihrem Erfolg gemacht haben. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

Darauf trinke ich jetzt noch einen Mojito.

Cuba libre.


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