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by Sören Stamer April 02, 2007 at 07:53 PM


Does your company still surprise you - in a positive way - from time to time? Regularly? If so, when was the last time that you were deeply amazed by your colleagues?

Well, I recognized a fundamental change at my own company CoreMedia with regard to positive surprises. Since we started to transform to an Enterprise 2.0 my own perception is full of these and it feels absolutely fantastic.

Fortunately, the latest set of surprises at CoreMedia becoming an Enterprise 2.0 were documented by Axel Wienberg, a highly respected colleague of mine. Please enjoy!

I tend to believe that within a well-functioning self-organized environment positive surprises are ubiquitous - especially for the CEO. And this is good, since he or she won't limit the potential of the company by his or her own personal creativity anymore.

This feels so amazing. You will definitely know that you work for the right company if this happens to you.


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by Sören Stamer March 28, 2007 at 12:21 PM


Die Computerwoche schreibt über Corporate Blogs in der Krise und Klaus Eck hinfragt schnell und gekonnt die journalistische Qualität ihrer Recherche. Was ist also dran an der Krise der Corporate Blogs aus Sicht eines bloggenden Unternehmers?

Kontrollverlust?

Zunächst einmal hat die die Computerwoche vollkommen recht: Für Unternehmen bedeutet der Erfolg der Blogosphäre einen spürbaren Kontrollverlust. Jeder Mensch mit einer eigenen Meinung – oder auch ohne – kann in Minuten einen Blog einrichten und sie für alle nachvollziehbar veröffentlichen. Andere können seine Aussagen in wenigen Minuten aufgreifen, unterstützen, hinterfragen, ablehnen, widerlegen, zerpflücken oder schlicht ignorieren. Die öffentliche Meinung bahnt sich ihren Weg – frei und unkontrolliert. Zukünftig wahrscheinlich noch schneller und intensiver als heute.

Für mich als Unternehmer hat diese Entwicklung einen sehr interessanten, weil weitreichenden Effekt. Man könnte sagen, sie ändert die „Regeln des Spiels“. Die Blogosphäre funktioniert wie eine riesige, extrem schnelle Feedbackschleife. Das Verhalten der Unternehmen wird laufend beobachtet, Abweichungen werden umgehend markiert und Fehlverhalten wird schonungslos aufgedeckt.

Ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass Unternehmen durch die Blogosphäre in gewisser Hinsicht zu besseren Unternehmen werden. Unternehmen werden durch die Auswirkungen der Blogosphäre ehrlicher und kundenfreundlicher werden müssen, um zu bestehen – und das unabhängig davon, ob sie selbst bloggen oder nicht.

Unternehmen können natürlich versuchen, gegen diesen Kontrollverlust zu kämpfen. Doch das hat wahrscheinlich denselben Effekt wie schnelles Strampeln im Treibsand.

Hat man sich erstmal an den vermeintlichen Kontrollverlust gewöhnt, kommt man als Unternehmer recht schnell zu der Erkenntnis, dass man zwar keine Kontrolle über den öffentlichen Diskurs hat, aber dennoch Einfluss nehmen kann. Und zwar mit dem gleichen Werkzeug wie alle anderen: einem eigenen Blog. Dort kann man ebenfalls frei und unkontrolliert Themen setzen, Stellung beziehen, Aussagen hinterfragen, Dinge richtig stellen, den Dialog aufnehmen und sich bei Bedarf auch entschuldigen. Und einen Journalisten, der das dann dankenswerter Weise druckt, braucht man dafür nicht mehr.

Mit einem Corporate Blog gewinnt man eine Stimme in der Blogosphäre und kann sich eine eigene Reputation erarbeiten. Die Kontrolle erhält man natürlich nicht zurück. Doch das ist nicht weiter schlimm, denn in einer nicht mechanistischen Welt gilt sowieso: Reputation schlägt Kontrolle.

An dieser Stelle sei auch gesagt, dass ich keinesfalls alle Auswirkungen der Blogosphäre für wünschenswert und gut erachte, sondern einige Aspekte ablehne. Aus der Anonymität heraus andere zu beleidigen, ungerechtfertigt zu beschuldigen oder böswillige Gerüchte über sie in die Welt zu setzen ist eine Plage. Hoffen wir, dass es zukünftig zunehmend von Bloggern erwartet wird, dass sie ebenfalls zu ihren Aussagen stehen und sich als Individuum zu erkennen geben. Erst dann ist ein fairer Dialog möglich.

Engagement Einzelner?

Auch die Feststellung der Computerwoche, dass die Corporate Blogs in der Regel noch am Engagement Einzelner oder Weniger hängt, ist aus meiner eigenen Erfahrung nicht von der Hand zu weisen. Noch ist das vielfach so, auch bei CoreMedia.

Doch das wird nicht so bleiben. Gegenwärtig sammeln eine Reihe meiner Kollegen im Intranet erste Erfahrung beim Bloggen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie auch „nach draußen“ bloggen und der Corporate Blog vom Engagement der gesamten Mannschaft getragen wird. Ich freue mich schon sehr auf die ersten Postings von Kollegen auf superdistribution.net.

Agenturen als Ghostwriter?

Von der Betreuung von Corporate Blogs durch Agenturen halte ich überhaupt nichts. Das wird aus meiner Sicht kläglich scheitern. Wer Authentizität aufgibt, entwertet seine Stimme vollends. Dann sollte man lieber nicht bloggen.

Geringe Resonanz?

Das ist richtig, doch das wird sich ändern. Auf den ersten Websites der Unternehmen in der Mitte der 90er Jahre war ebenfalls kaum Traffic zu finden. Heute ist ein Unternehmen ohne eigene Website kaum vorstellbar. Es macht sogar einen recht zwielichtigen Eindruck. Ich überlege mir zweimal, ob ich dort zurück rufe.

Mein Fazit

Für mich und das Unternehmen, das ich vertrete, ist Corporate Blogging und der dadurch eingeleitete gesellschaftliche Wandel eine fantastische Chance. Je enger wir mit unseren Kunden, Partner, Aktionären und der Öffentlichkeit im Dialog sind, desto kundenorientierter werden wir arbeiten. Neben persönlichen Gesprächen sind Blogs dafür bestens geeignet. Ich bin überzeugt, dass wir auf diese Weise viel schneller lernen werden als bisher. Langfristig werden wir nur mit der Qualität unserer Arbeit und unserer individuellen Unternehmenskultur überzeugen können.

In wenigen Jahren werden aus meiner Sicht alle namhaften Unternehmen einen Corporate Blog nutzen, um mit Aktionären, Kunden, Partner und der Öffentlichkeit zu kommunizieren. So kämpft Jonathan Schwarz von Sun bereits dafür, auch seine Adhoc-Pflichtmitteilungen zukünftig fair und transparent über seinen Blog zu veröffentlichen. Es wird so normal sein, wie eine eigene Unternehmenswebsite. Vermutlich wird die Grenze zwischen Website und Corporate Blog dabei sehr fließend sein.

Die Unternehmenskulturen werden sich in der Tat ändern müssen, um mit den gesellschaftlichen Wandel mithalten zu können. Wir werden erleben, wie das organische Paradigma das mechanistische (kontrollorientierte) verdrängt. Das bleibt sicher nicht ohne Folgen. Ich bin schon sehr gespannt.

Und darauf wette ich, bzw. habe ich schon gewettet: Liebe Tina, unsere Wette gilt: In 9,5 Jahren zählen wir die Blogs der Top 100 Unternehmen in Deutschland und schauen, ob ein Großteil davon einen Corporate Blog betreibt. Ich freue mich schon auf den Preis: das „neueste Gerät von Apple“ im Oktober 2016 :-)


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by Sören Stamer February 08, 2007 at 07:47 PM


Alle drei Monate treffen sich eine Reihe Hamburger Firmenvertreter und Unternehmer im Ausschuss für E-Business der Handelskammer Hamburg. Und in der Hansestadt ist die Handelskammer alles andere als ein Leichtgewicht. Das Rathaus sei - Rücken an Rücken - schließlich erst nach der Handelskammer gebaut worden, so sagt man.

Heute hatte ich erstmals die Ehre, den Ausschuß für E-Business bei CoreMedia zu begrüßen. Trotz (oder wegen?) enger Bestuhlung wurde es eine anregende Sitzung. Das Thema hat vermutlich auch dazu beigetragen. "Web 2.0 - Revolution der Internetära oder nur ein neues Buzzword?" lautete der Titel meines 20-minütigen Vortrages (Download PDF).

Anschließend haben wir die Sitzung noch entspannt beim "Chill out" mit Astra und Chips nachbereitet. Herzlichen Dank an alle Beteiligten. Jederzeit gern wieder!


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by Sören Stamer February 04, 2007 at 10:16 PM


A colleague of mine enthusiastically shared this brilliant video with me a few minutes ago. It is a masterpiece about Web 2.0 by Michael Wesch from Digital Ethnography at Kansas State University. I could not resist to superdistribute it here:

Please enjoy! You might rethink yourself.


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by Sören Stamer November 29, 2006 at 02:38 PM


Do you hate these boring conferences full of impertinent product pitches instead of inspiring presentations, like I do? Well, then, you should have been in Dresden at the Future Forum two weeks ago. It was a great conference about global trends, innovations, web 2.0 and other aspects of our future.

9 reasons why:

  1. Richard Scase’s great talk about the future shape of our global society and the rise of China and India. He made me think.
  2. Dr. Curtis R. Carlson’s insights regarding innovations – and how to manage them. I was inspired by his ideas and instinctively decided to introduce “Champions” and “Waterhole Meetings” at CoreMedia as well.
  3. Jaron Lanier’s controversial talk about the potential evil of the digital society. He has changed our future already by making the whole blogosphere think about the threat of Digital Maoism.
  4. Tim O’Reilly’s personal perspective on Web 2.0. It is always good to know the source.
  5. The digital art of Zachary Lieberman. Really nice!
  6. A lot of spare time to meet and greet with a lot of interesting people.
  7. The beautiful city of Dresden. It was sunny and warm.
  8. The charming conference organization. Thanks for the lovely reception at the airport.
  9. And most fascinating, the unexpected opportunity to talk to Jaron Lanier for hours when we met the day before at the Sarasani Tracadero Show.
    Great thanks to Peter Klingenburg and Dr. Klaus Radermacher from T-Systems Multimedia Solutions for hosting such a great event.


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by Sören Stamer October 21, 2006 at 04:45 PM


So ein jährlicher Medienkongress ist eine schöne Sache. Einmal im Jahr trifft man sich an einem schönen Ort und redet über das Mediengeschäft. Altbekannte Gesichter treffen neue Un-Bekannte. Gemeinsam diskutiert oder monologisiert man über die Medienlandschaft, Gebühren, Trends, Deals und Visionen.


Und oft hört man in Bezug auf Web 2.0 offen auf den Panels oder im Vorbeigehen an den Tischen: "Alles schon mal da gewesen. Alles nichts Neues."


Witzig, denke ich mir. Als die Münchner Medientage das letzte Mal tagten, war YouTube allenfalls eine Idee, jedenfalls kein Unternehmen und schon gar kein Geschäft. 12 Monate später wurde YouTube mit einer schnöden Website - rein technisch meine ich natürlich - und über 50 Millionen Nutzern für über US-$1,6 Milliarden an Google verkauft. Klingt teuer für Google, könnte man denken. Dr. Martin Fabel von AT Kearney weiß es besser. In Wirklichkeit habe Google auf Schlag US-$ 2,5 Milliarden "plus" gemacht, da Google nur die Aktien bezahlt habe und Googles Börsenbewertung im selben Moment um ca. US-$ 4 Milliarden gestiegen sei. Ein schönes Geschäft denkt der Aktionär und freut sich auf mehr.


Sollte uns das zu denken geben? Ja, sagen viele: Google und der Aktienmarkt spinnen. Ja, sagt der Rest: Wir erleben gerade eine "Revolution". Einige sprechen auch von dem schönen Begriff "Paradigmenwechsel". Ich übrigens auch - und das gleich mehrfach.


Die Medien sind in Bewegung. Ich bin schon gespannt auf die Medientage 2007. Welche Megadeals, Verrücktheiten und Vorahnungen werden uns dann beschäftigen? Neue Runde neues Glück.


Dann hoffentlich auch mit größeren Räumen und mit freiem WLAN.


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by Sören Stamer October 13, 2006 at 12:49 AM


The annual MEDIENTAGE MÜNCHEN are nearly on us, starting on October 18 next week. One expected topic – perhaps indeed the most important one – of the many crammed into those three days, will be Web 2.0.


Indeed, this year I will be given the signal honor of being allowed to introduce the panel discussion “Web 2.0 – how is the Internet changing?” following the keynote of Jonathan Miller, Chairman and CEO of AOL. And I’ll do this by challenging some basic assumptions, since I don’t think that this is the question that we should be asking. For the foundations of the Internet, its concepts, possibilities, and standards, are not really being changed by Web 2.0: all of these had already been invented by 1990.


If Web 2.0 means change, then it’s not a technical change, but first and foremost a social one.


In the 1960s, Marshall McLuhan taught us that “the medium is the message”. If I’ve understood him correctly, this means that the true significance of a medium (its message) lies in its effect on society – an effect that is hard to overestimate. The printing press, argues McLuhan, did not simply enable mass distribution of a great diversity of texts and bring about the birth of the paper industry: at the same time it fundamentally shaped the way we think today. Accordingly, the ability to think through chains of effects and evidence results from the serial structure evidenced by books. Shaped in this way, we were effectively unable to imagine anything else – until the mass distribution of hypertexts became reality.


The Internet is thus another one of McLuhan’s powerful mediums: it is changing the way we think. And this is one of the senses in which Web 2.0 can be understood: a change from a paradigm of planned hierarchies to one of dynamic self-organization. Put bluntly: Wikipedia beats Brockhaus.


I’m convinced that this paradigm shift will have serious consequences. It will fundamentally change us all: our private lives, our jobs, how we do business – and society itself.


The cornerstone of my argument is this: in at most five to ten years, businesses based on the classical, hierarchical paradigm will be in serious difficulties. Young consumers, recent graduates and candidates for senior management will all expect the company to involve them more and regulate them less, and to offer up its opinions freely on both internal and external company blogs. Feedback, freely given, will be unavoidable. Companies that seek to prevent this will be able to read the inevitable criticism from customers and employees somewhere on the Internet. Those who try and stop this are doomed to failure: at the end of the day, both customers and high potentials will simply vote with their feet.


By the way, dynamic self-organization is the driving force behind Linux, Skype, Del.icio.us, eBay, science, free markets, evolution, and life as well.


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by Christian Jung September 27, 2006 at 02:58 PM


Ja, es stimmt, die Luft war schrecklich und der Raum viel zu klein! Ich kann aber den vielen Besuchern (es waren über 50) versichern: die Luft an der Leinwand war noch schlechter. Glücklicherweise hat es der guten Stimmung keinen Abbruch getan.
Wie angekündigt hier die Slides (4 MB) meines Vortages zum Thema: "Web 2.0 - Blase oder Business Modell?"
Für das Durchhaltevermögen und das viele und reichhaltige Feedback - insbesondere auch für die gute und anregende Kritik! - einen herzlichen Dank im Namen aller CoreMedianer.


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by Sören Stamer September 22, 2006 at 05:29 PM


Sun Microsystems CEO Jonathan Schwarz was in the news recently with his widely praised CEO blog. In the future, his blog posts will be translated into 11 languages to spread the news ideas even further. Jonathan takes blogging seriously:
"The blog has become for me the single most effective vehicle to communicate to all of our constituencies - developers, media, analysts and shareholders."


Dave Taylor has a different view: Why Jonathan Schwartz Should NOT Be Blogging.

"As much as I'm impressed by Jonathan's blog, I wonder how he has time to blog when he has a company that desperately needs management steered in the right direction."


And Dave made his point already last year: Why CEOs Shouldn’t Blog:

“The most important issue, however, is that the CEO is not the person in a company responsible for communicating with customers and the marketplace. Indeed, the traditional role of a Chief Executive Officer is to raise money. That's it. They're responsible for contributing to the strategic direction of the company, but most typically not the tactics.”


What about representing the company in public?
Well, I am with Jonathan. (Surprise ;-) Here is why:


Blogging is a force to be reckoned with. It is a social phenomenon that has the potential to change our society fundamentally. Customers, employees, shareholders, analysts, partners and even competitors will use it to express their views freely and with a personal touch.


CEOs do represent their company, and hence they do “communicate with customers”. In fact, they are the public face of the corporation. Think of Steve Jobs, Walt Disney, Larry Ellison, Henry Ford, Jeff Bezos and Bill Gates (everyone of these without a CEO blog, right?)


Will enterprises be able to ignore blogging? No, I don’t think so, just as enterprises were not able to ignore traditional media or the Internet in the first place.


Will CEOs be able to ignore blogging? In the short term, yes for sure. But I am convinced this will be different in the long run. Most CEOs are the public faces of their company already. And their CEO blogs are the logical next step.


Try to imagine business in the year 2020. Blogging is ubiquitous now. Nearly everyone does it, all of your employees, all of your customers and all of your shareholders. Enterprises have to deal with it. And you have to deal with it. Everyone uses a blog to communicate freely. Can you afford not to, when you’re the public face of your company?


CEOs make public announcements and CEOs give public speeches without lawyers dictating their words. That is daily business. Why shouldn’t CEOs post their opinions on a personal blog? Could be a great competitive advantage, if you do it right.


It is too dangerous? Well, life is a learning experience.


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by Sören Stamer September 16, 2006 at 07:17 PM


Being digital feels great. Finally, Web 2.0 puts the Internet's amazing power into our hands, into everyone's hands. It is free speech at its best. Web 2.0 and digital information will unlock great potential of our human society. I strongly believe that this is truly a revolution and I am amazed.

But there is one thing that makes me thinking: Will we be able to enjoy living in a world where digital information is totally free?

In other words: Will our society accept to live without privacy and trust as core concepts? And can we handle it?

Privacy means maintaining partial control over (digital) information. Sharing information with good friends without disclosing them to the rest of our global society is desirable and needs a concept we could call trust.

If we share some kind of private information with a friend, we have to trust her or him, to securely protect our privacy. Trusting her or him might be a difficult task for us and keeping all the 'non disclosure agreements' might be difficult for her or him as well. Ideally, this task is successfully performed by the underlying distributed IT infrastructure. So we have to trust the IT infrastructure.

How can this happen? Can we effectively trust any IT infrastructure?

Think of the latest proposals for the GNU Public License (GPLv3). The new rules with regard to keys and signatures make it hard or impossible to create a secure DRM mechanism. There is a very heated discussion about GPLv3 and DRM already. Here is more.

However, the most important point comes here: GPLv3 makes it hard to create trust in those systems. And without means of trust in distributed environments there is no privacy in those distributed systems as well.

Personally, I guess that human society will demand some means of trust to provide different levels of privacy. If Web 3.0 cannot meet these expectations, we might feel like Winston Smith in "1984" some day.


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by Sören Stamer August 15, 2006 at 11:02 PM


Die Anfrage der Münchner Medientage für einen Einführungsvortrag über Web 2.0 waren eine schöne Anregung mal über meine Meinung zu Web 2.0 nachzudenken. Hier meine 2 Cent:

Web 2.0 hat wirklich alles was ein Hype-Thema braucht: eine große, die Welt verändernde Vision, einen witzigen, einprägsamen Namen, eine wachsende Gefolgschaft mit missionarischem Eifer, unzählige Abgesänge für die Ungläubigen, erbitterter Widerstand der Ungläubigen, die alles als Hokuspokus entlarven, und - nicht zu vergessen - einen soliden Kern Wahrheit.
Web 2.0 Firmen haben zwar oft noch keine Antwort auf die Frage, wie sie Profite erwirtschaften wollen. Doch dafür ist ganz offensichtlich, wie sie bestehenden Geschäftsmodelle und Profiten ganzer Branchen die Grundlage entziehen werden.

Wenn ich mich nicht irre, erleben wir gerade, wie das Internet ein eigenes Bewusstsein bildet. Statt eine künstliche Intelligenz auf dem Computer zu simulieren, nutzen wir nun die Computer, um die menschliche Intelligenz von Millionen von Individuen zu einer kollektiven Intelligenz zu verknüpfen. Web 2.0 ist doch ein netter bescheidener Name dafür.

Eine interessante Erkenntnis war übrigens, dass allein der zusammengesetzte Begriff "Web 2.0 Firmen" schon Unmut auslöst. Von dem Wort Profit in diesem Kontext ganz zu schweigen.


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by Sören Stamer August 11, 2006 at 07:26 PM


Alle kennen Andy Warhols Ausspruch, dass in Zukunft alle Menschen berühmt sein werden - zumindest für 10 Minuten. Nach ersten Erfolgen durch die Talkshow-Schwemme der späten 90er machen sich MySpace und youtube nun an die konsequente Erfüllung dieses Versprechens.

Doch kennen Sie auch Andy Warhols Projekt "Time Capsules"? Es ist faszinierend: Zwischen den frühen 60ern bis in die späten 80 hat Andy Warhol in 610 Standardkartons sein alltägliches Leben eingefangen und all die ihn bewegenden Dinge mit Tonbändern, Briefen, Fotos etc. dokumentiert. Seine Gespräche. Seine Bilder. Alles seriell in einer Box. Tag für Tag für ca. 30 Jahre.

Warum ist das erwähnenswert? Andy Warhol weist uns erneut den Weg. Seine Time Capsules sind unsere Zukunft. Ich wage die Prognose, dass wir spätestens in zehn Jahren fast all unsere täglichen Erlebnisse multimedial mitgeschnitten und digital gespeichert per Volltext durchsuchen können.

Nennen wir unser neues Produkt doch einfach "MyLife" und nehmen wir mal an ich wäre der zuständige Vorstand eines Telekommunikationsunternehmens.

Als Erstes würde ich all meinen Kunden - insbesondere den jungen - anbieten, gegen einen gewissen Aufpreis all ihre SMS, E-Mails, Voicemails sowie auch sämtliche Telefongespräche automatisch zu archivieren und mit einer schnellen, möglichst intelligenten Suche zu versehen. Die Kids werden es lieben. Man denke nur an die vielen unwiederbringlich verlorenen SMS zwischen den vielen Liebenden. BTW: Google ist mit GMail schon auf eben diesem Weg.

Als Nächstes würde ich MyLife-Devices rausbringen. Das sind Brillen, Freisprecheinrichtungen oder Amulette mit eingebauter Kamera. Mit denen man jederzeit und überall per Knopfdruck seine "kostbaren" Erlebnisse mitschneiden. Spracherkennung und Geo-Indexierung inklusive. Irgendwann kommt bestimmt auch die Gesichtserkennungstechnologie von Fraunhofer zum Einsatz. Man möchte möglicherweise wissen, mit wem man da gesprochen hat.

Nicht zu vernachlässigen ist auch das intuitive MyLife-Portal. Damit wir digital exisiteren, müssen wir nun einmal digital veröffentlichen. Mit MyLife kein Problem. Mit einem Klick sind die Nachrichten für einzelne, für wenige, für viele oder gar für alle abrufbar. Voraussichtlich digital vor Weitergabe geschützt, damit nicht gleich alles Private auf youtube landet.

Schöne neue Welt? Na ja, MyLife ist aus meiner Sicht letztendlich unvermeidlich. Wer nicht selbst veröffentlicht, wird in den Mitschnitten der anderen Teil des digitalen Universums werden. Unsichtbar und außen bleibt niemand.

Mein ersten MyLife-Erlebnis finden Sie übrigens im Blog meines lieben Freundes Georg Pagenstedt, seines Zeichens Vorstand von Bild.de. Er mag meine Flipflops, glaube ich. Stimmt's, Georg? ;-) Dieses Dokument wird mich den Rest meines Lebens begleiten. Traumhaft.

Und zum Abschluß gleich ein paar Thesen, die mich auf MyBoxes brachten::

1. Speicherplatz ist überall in unvorstellbarer Größe vorhanden.

2. Bandbreite ist billig und im Überfluss vorhanden.

3. Kameras sind so klein sein, dass man nicht mehr registiert, ob man gerade gefilmt wird oder nicht.

4. Menschen publizieren Privates, weil sie es können.

5. Die digitale Präsenz ist/wird unverzichtbarer Teil der Persönlichkeit.

6. Datenschutz war gestern bzw. wird vollkommen neu interpretiert werden müssen (siehe Google, MySpace, youtube und openBC).

7. Gleichzeitig nimmt der Wunsch nach Kontrolle bei der selektiven Verbreitung privater Informationen zu.


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